Antimuslimischer Übergriff in Kiel

Am Sonnabend hat ein 55 jähriger Mann vermutlich aus antiislamischen Beweggründen eine 35 jährige Muslima niedergeschlagen. Der Vorfall ereignete sich am Vormittag auf offener Straße.

"Als Muslime in Schleswig-Holstein sind wir schockiert und traurig über den Vorfall", so Fatih Mutlu Vorsitzender der SCHURA Islamische Religionsgemeinschaft Schleswig-Holstein.

Weiter sagte er dazu: "Das Tragen des Kopftuchs ist Ausübung einer Religion, die im Grundgesetz genauso geschützt wird, wie andere normative Religionsausübungen. Wir müssen mehr religiöse Aufklärung in den Stadtteilen durchführen und die negative Berichterstattung über den Islam endlich ein Ende bereiten. Während es im Rundfunkbeirat in Schleswig-Holstein keinen muslimischen Vertreter gibt, sind die anderen Bundesländer bereits viel weiter. So wurde zum Beispiel vom Iftar Fest im Hiroshimapark nicht berichtet. Hätte es jedoch während des Festes einen negativen Vorfall gegeben, würde man es in allen Medien berichtet haben. Leider haben sich die Redaktionen gegen eine Berichterstattung vom Iftar Fest entschieden.
Worauf ich hinaus will ist", so Herr Mutlu, "Die Bevölkerung liest und hört in den Medien überwiegend negatives über den Islam und die Muslime. Dies verschlechtert das Verständnis über diese Bevölkerungsgruppe und fördert Islamophobie."

Ähnlich sei es mit den rechtspopulistischen Aussagen von Politikern. "Es kann doch nicht angehen, dass in der heutigen Zeit rechtspopulistische Aussagen von kleinen Splitterparteien wochenlang das Topthema sind und die Berichterstattungen bestimmen. Diese Art von Berichterstattung fördert keine multikulturelle Gesellschaft, sondern spaltet sie", so der Vorsitzende.

Es wurde bereits Kontakt mit der Islamischen Gemeinde Kiel aufgenommen, die mit der Betreuung der Familie beauftragt wurde.

"Ich wünsche unserer Schwester eine schnelle Genesung, viel Kraft und Gottes Segen. Dieses Trauma aufzuarbeiten wird sicherlich viel Kraft erfordern. Wir werden Ihnen Beistehen und versuchen Sie zu unterstützen ", sind die des Vorsitzenden an das Opfer und ihre Familie.

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