Pressemitteilung der Volksinitiative für einen Gottesbezug in unserer Landesverfassung

PRESSEMITTEILUNG

Kiel, 23. September 2016

Volksinitiative für einen Gottesbezug: „Wir sind stolz auf das Erreichte!“

Kiel – Die religionsverbindende Volksinitiative für die Aufnahme eines Gottesbezugs in die schleswig-holsteinische Landesverfassung hat sich jetzt in Kiel getroffen, um sich über den Ausgang der Abstimmung im Landtag auszutauschen und weitere Verabredungen zu treffen. Im Parlament hatten 45 von 69 Abgeordneten für einen Gottesbezug gestimmt – für die notwendige Zweidrittelmehrheit fehlte eine Stimme. Der Sprecher der Initiative, Peter Harry Carstensen, sagte heute (23.9.) in Kiel: „Die Mitglieder der Volksinitiative haben sich intensiv mit den Ereignissen der vergangenen Wochen und Monate auseinandergesetzt. Wir sind uns einig darin, dass wir sehr viel erreicht haben und stolz darauf sein können. Bei zahlreichen Gelegenheiten haben wir mit Bürgerinnen und Bürgern über Gott und unseren Glauben diskutiert. Und wir haben sehr viel Zuspruch und Unterstützung erfahren.“


Zugleich hätten noch nie in der Geschichte des schleswig-holsteinischen Landtags Abgeordnete so intensiv und grundsätzlich über die Rolle der Religionen im öffentlichen Leben, die Bedeutung von Werten für die Politik und die Grenzen der eigenen Vernunft debattiert, so Carstensen. „Der Grundgedanke unserer Initiative ist und bleibt richtig, darin sind sich alle Mitglieder einig. Aber wir akzeptieren diese Entscheidung der Abgeordneten und wollen jetzt keine weiteren Schritte einleiten – nicht zuletzt, weil die Gefahr besteht, dass dieses wichtige Thema in einem der bevorstehenden Wahlkämpfe zerrieben wird.“

Die Initiative werde aber nach wie vor für das Anliegen eintreten, so Carstensen: „Wir wollen auch künftig darauf hinweisen, dass eine gemeinsame Werteformel in der Verfassung religiöse wie nicht-religiöse Menschen zusammenbringen kann. Und aus unserem jeweiligen Glauben heraus wollen wir weiterhin  Impulse in Politik und Gesellschaft hineintragen.“ Denkbar seien beispielsweise Themen, die das Verhältnis der Religionen zu Staat und Gesellschaft weiter beleuchten. Carstensen: „Wir sind als Gruppe zusammengewachsen: Man wird weiter mit uns rechnen müssen.“



Im Herbst 2014 hatte der schleswig-holsteinische Landtag darüber diskutiert, ob ein Gottesbezug in die Landesverfassung aufgenommen werden soll. Im Parlament gab es dafür keine Mehrheit. Anfang 2015 stellte sich daraufhin die Volksinitiative der Öffentlichkeit vor und sammelte binnen weniger Monate mehr als 40.000 Unterschriften. Zu den Initiatoren gehören neben den beiden ehemaligen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen und Björn Engholm auch Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Sport, Kultur und Wissenschaft sowie Vertreter der beiden christlichen Kirchen, der SCHURA (Islamische Religionsgemeinschaft Schleswig-Holstein) und der jüdischen Gemeinden.  

Für diese Erklärung stehen:

Peter Harry Carstensen
Björn Engholm
Fatih Mutlu
Prof. Bernhard Schwichtenberg
Hans-Nissen Andersen
Georg Bergner
Walter Blender
Georg Fritzsch
Prof. Dr. Walter Jonat
Hatice Kara
Claus Möller
Basma Blender, geb. Ramzi Naser
Dierk Schmäschke
Emil Schmalfuß
Prof. Dr. Werner Solbach
Hans-Jakob Tiessen
Lisa Triebel
Klaus-Hinrich Vater

Pressekontakt:
Frank Zabel, 0151 – 4671 4818

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