Muslime begrüßen Reform des Religionsunterrichts

Die SCHURA Islamische Religionsgemeinschaft Schleswig-Holstein begrüßt die Absicht der neuen Landesregierung Schleswig-Holsteins, den bisherigen konfessions-gebundenen Religionsunterricht in einen religionsgemeinschaftsübergreifenden Unterricht umzuwandeln. „Ein Religionsunterricht für alle wäre die richtige Antwort auf die Herausforderung einer auch in Schleswig-Holstein religiös immer vielfältiger werdenden Schule“ meint SCHURA-Vorsitzender Fatih Mutlu. Der bisherige, allein von den beiden christlichen Kirchen verantwortete Religionsunterricht, könne dem immer weniger gerecht werden. Gerade die zunehmende Zahl muslimischer Schüler verlange eine Einbindung des Islams wie die Erteilung des Unterrichts auch durch sich dem Islam bekenennder muslimischer Religionslehrer.

Eine solche Reform des Religionsunterrichts ist Teil des Koalitionsvertrages von SPD, Grünen und SSW. Die Landesregierung will dies in Kooperation mit den Religions-gemeinschaften gestalten und sich dabei am „Hamburger Modell“ orientieren. Dies wird von SCHURA Schleswig-Holstein ausdrücklich begrüßt. Neben den beiden Kirchen stehe man als islamischer Kooperationspartner zur Verfügung. SCHURA Schleswig-Holstein beschäftigt sich schon seit längerem mit der Konzeption eines Religionsunterrichts für Muslime und hält auch engen Kontakt zum Zentrum für Islamstudien an der Universität Osnabrück, einer der bundesweiten Ausbildungsstätten für islamische Religionslehrer.

Mutlu weist zudem auf die aktuelle Weiterentwicklung des „Hamburger Modells“ hin: In der Hansestadt gibt es schon seit mehr als einem Jahrzehnt einen konfessionsübergreifenden Religionsunterricht für alle in evangelischer Verantwortung, der nun zu einem gleichberechtigt von den evangelischen, islamischen und alevitischen Religionsgemeinschaften erteilten Unterricht weiterentwickelt werden soll. Dies wurde im April von der Hamburger Schulbehörde u.a. mit der Nordkirche, SCHURA Hamburg und der Alevitischen Gemeinde vereinbart. Ferner ist diese Vereinbarung Teil eines künftigen Staatsvertrages, dessen Abschluss der Hamburg Senat mit SCHURA Hamburg als islamischer Religionsgemeinschaft anstrebt.

Hier ist die neue Landesregierung aufgefordert die muslimischen Schleswig-Holsteiner an der Umsetzung der Lehrpläne mit einzubinden und den muslimischen Gemeinden ein Mitspracherecht zu gewähren.

„Hamburg weist hier den richtigen Weg. Wenn die neue Landesregierung solches auch für Schleswig-Holstein anstrebt, wird dies unsere volle Unterstützung haben“ so Fatih Mutlu.

Rechtspopulistische Meinungsmache bringt uns nicht weiter!

"Wir haben uns entschieden in Deutschland zu leben, damit haben wir uns auch dem Grundgesetz verpflichtet. Diese rechtspopulistischen Parolen der AfD sind Stimmen die sich gegen das interkulturelle Leben in der Bundesrepublik Deutschland richten“, ist die Reaktion des Vorsitzenden der SCHURA Islamische Religionsgemeinschaft in Schleswig-Holstein e.V. Fatih Mutlu.

Die AfD hat sich für ein Verbot von Minaretten und Gebetsruf in Deutschland ausgesprochen und erklärt der Islam wäre mit dem Grundgesetz unvereinbar. Herr Mutlu dagegen sagt, es sei genau das Gegenteil: „Muslime haben sich entschieden in Deutschland zu leben aufgrund der Religionsfreiheit und der Möglichkeit sich frei zu entfalten.“ Er warnt vor solchen Meinungsmachen, um unsichere Bürger noch mehr zu verunsichern und lädt neugierige und interessierte Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner ein sich in den Moscheen und bei den Muslimen zu informieren und den interkulturellen Dialog zu suchen, anstatt sich von populistischen Parolen beeinflussen zu lassen.

„Die Türen unserer Moscheen sind offen für jeden, um sich zu informieren und den Islam und die Muslime aus erster Hand kennenzulernen. Rechtspopulistische Meinungsmache bringt uns nicht weiter“, sind die abschließenden Worte Mutlus.

Zusätzliche Informationen